Ausstellung Hungertuch-Ansichten

Am Samstag, 13.04. um 19 Uhr wird die Ausstellung Hungertuch-Ansichten eröffnet. Acht Künstlerinnen und Künstler aus Werl und der Umgebung zeigen individuell gestaltete Hungertücher zum Thema: Jesu und seine Botschaft in unserer Zeit. Die Tradition der Hungertücher ist vor ca. 1.000 Jahren entstanden. Das sogenannte „Fastenvelum“ wurde von Aschermittwoch bis in die Karwochen zwischen Volk und Altar gehängt, um das mystische Geschehen am Altar zu verhüllen. Es war ein
Ausdruck des Fastens mit den Augen in Bezug auf das heilige Geschehen am Altar. Die ersten Tücher waren aus einfachem Leinen, doch wurden diese schon bald mit biblischen Darstellungen verziert. Sie dienten zur religiösen Unterweisung der Gläubigen, die zu dieser Zeit nicht lesen und schreiben konnten. Unterschiedliche Gründe führten zum Verschwinden der Hungertücher, sicher auch der starke Einfluss der Reformation. Auch kam es immer mehr zu einer Anbetungsfrömmigkeit, die der Verhüllung entgegenstand. Das Hilfswerk Misereor hat 1976 die alte Tradition der Hungertücher neu aufgegriffen. Es war ein Anliegen, die Länder, für die Misereor tätig ist, nicht nur in ihrer Bedürftigkeit, sondern als wirkliche Partner zu sehen. Dabei ist die Idee entstanden, die alte Tradition neu auflegen und Künstler und Künstlerinnen zu fragen, ihre Sicht auf die Botschaft Jesu zu malen. Nicht zur Verhüllung sondern als Kunstwerk, sodass eine Begegnung mit Glauben und Leben anderer Kulturen möglich wird. Eine Botschaft von außen, die anregt, sich mit dem eigenen Glauben neu auseinanderzusetzen. –  Der Gemeindeausschuss lädt ein, sich die Ausstellung bei einem Glas Wasser oder Wein anzusehen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung ist bis zum 18.05. in der St. Benno-Kirche zu sehen. Öffnungszeiten: samstags vor und nach dem Gottesdienst (18 Uhr), zu den Bürozeiten und nach Anmeldung unter 0231-8760060.