etwas Persönliches

Hier “etwas Persönliches” von Pfarrer Matthias Boensmann:

Hallo, für mich ist der richtige Winter eine tolle Jahreszeit. Ich liebe Wintersport, besonders Skifahren.
Die Berge, der Schnee, die Sonne und die Geschwindigkeit sind etwas Besonderes. Da jubelt mein Herz. Es dürfen auch steile Pisten sein. –  Bei einem Restaurantbesuch sahen wir am Berg Skifahrer, die ewig lange oben an der Piste standen und haben uns darüber amüsiert. Die Piste wollte ich auch einmal fahren. Gesagt, getan. Angekommen, ist mir fast das Herz in die Hose gerutscht. So steil sah das von unten nicht aus. Ein Fehltritt oder -sprung und alles könnte vorbei sein. Die zackigen Felsen sahen nicht nett aus. Unten meine Leute, die warteten. Umdrehen? Niemals! Hätte ich aber besser tun sollen. Solche Angst hatte ich selten.
Manchmal ist umdrehen doch besser.
Unten angekommen war ich etwas stolz, aber auch klüger: manches sieht von weitem viel einfacher aus – also urteile nicht so schnell.
Matthias Boensmann

 

 

Hier “etwas Persönliches” vom Gemeindereferenten Sven Laube:

Ostern mit Katze

Die Kälte vor einiger Zeit erinnert mich an eine österliche Episode vor ein paar Jahren. Es war ein bitterkalter Gründonnerstagabend. Ich kam vom Gottesdienst aus St. Georg. Gegen 23 Uhr stand bei mir zuhause das Katzenfüttern an. Nur Katze Ganymed erschien nicht. Das war komisch. Denn Gany ist eine Wohnungskatze, wie konnte sie aus der Wohnung entflohen sein. Es gab nur eine Möglichkeit. Sie musste im Laufe des Abends aus dem Küchenfenster gesprungen oder gefallen sein. Jedenfalls war sie definitiv weg. Die Gründonnerstagnacht und den Karfreitag verbrachte ich mit Katze suchen. Aber Gany blieb verschollen. Ich fragte Nachbarn und lernte die Siedlung sehr genau kennen. Nur Gany blieb verschollen. Ich machte mir echte Sorgen, weil es so kalt war. Am Ostersonntag kamen meine Eltern zum Osteressen. Die Stimmung war nicht besonders fröhlich und wir erzählten uns Geschichten über Gany und teilten Befürchtungen, die ins Kraut schossen. Der Osterspaziergang wurde natürlich wieder eine Suchexpedition. Auf dem Weg zurück in die Wohnung fiel uns eine Katze auf, die hinterm dem Haus herum streunte. Meine Begleiter waren sehr skeptisch, aber ich erkannte sie sofort, es war Gany. Das erste Wiedersehen war noch etwas distanziert. Gany schaute etwas misstrauisch, ob ich es auch wirklich bin und auch etwas vorwurfsvoll. Dann ließ sie sich gerne einsammeln. Ihr erster Weg ging geradewegs zum Futternapf. Sie hatte abgenommen. Das Kaffeetrinken wurde sehr fröhlich, und Gany bekam ausnahmsweise Sahne. Dieses Osterfest war besonders emotional für mich und hat mir das Ostergeschehen noch einmal sehr eindrücklich aufgeschlossen.

 

Hier „etwas Persönliches“ von Pastor Martin Blume:

Etwas Persönliches – und dass, wo ich doch ungerne im Mittelpunkt stehe. Was von mir erzählen, wo ich ungerne in klischeehaften Schubladen stecke: Wie sagt es der Aufdruck auf einem meiner Hoodies: „Ja, ich bin Pastor. Schau nicht so überrascht“ Hätte ich diesen coolen Pullover vor einigen Jahren in Essen schon gehabt, als ich mit Metal-T-Shirt, Lederhose und Jeansjacke einer jungen Frau in die Arme lief, die angeblich ein Umfrage machte. Der Blick nach der zweiten, war einfach unbeschreiblich. „Was machst du beruflich?“ – „Ich bin katholischer Pastor!“ – „Neee, jetzt verarscht du mich!“ Und ja, ich höre Metal und glaube fest: auch im Himmel gibt’s Platz für alle Typen und vor allem mehr als nur Halleluja-Gesang!