Geschichte St. Georg

St. Georg – Eine Basilika von schlichter Würde 

Mit Einsatz und Eigenarbeit zu einer Kirche für den Hörder Norden 

Schon aus dem Mittelalter ist eine St.-Georgs-Kapelle belegt. Sie gehörte damals zur Pfarrei Wellinghofen und schloss sich später der Reformation an, wurde also evangelisch. Die mit der Industrialisierung immer zahlreicheren katholischen Bürger mussten deshalb lange Wege bis zur nächsten katholischen Kirche in Kauf nehmen. Vom Kauf eines Grundstücks für einen Kirchenneubau im Norden des Stadtteils Hörde 1918 durch die Mutterpfarrei St. Clara sollten aber noch einmal 34 Jahre ins Land ziehen, bis die neue Kirche am Steinkühlerweg geweiht werden konnte. Währenddessen diente eine Scheune des Wirtes Drengenberg am Remberg als Notkirche. Trotz ihren baulichen Unzulänglichkeiten wurde diese Notkirche von den Gemeindemitgliedern sehr unterstützt, bei bischöflichen Besuchen zog sie aber – auch aufgrund ihrer bescheidenen Ausstattung, den Unwillen der „Kirchenoberen“ auf sich.

Der Bau einer „richtigen Kirche“ begann dann endlich im Jahr 1951. Aufgrund der finanziellen Situation der Pfarrvikarie in der Nachkriegszeit war die tatkräftige Hilfe der Gemeindemitglieder gefragt, deren Zahl durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener stetig angewachsen war: War am Bau der künftigen St. Georgs-Kirche die rote Fahne gehisst, wussten die Frauen und Männer der Gemeinde, dass zusätzliche Hilfe gebraucht wurde. Wer es eben einrichten konnte, ließ dann die eigene Arbeit liegen und fasste mit an.

Im Jahr 1952 endlich wurde die dreischiffige Basilika mit Glockenturm von Erzbischof Dr. Lorenz Jaeger feierlich eingeweiht. Die schlichte Schönheit der St. Georgs-Kirche wird unterstrichen durch eine in warmen Farben gehaltene Holzdecke und dekorative Elemente und Bänder, die an keltisch-mittelalterliche Motive erinnern. Damit schließt sich der Kreis zur alten Georgs-Kapelle.

Spenden ermöglichten später den Kauf einer Stockmann Orgel; ein Kreuz mit Darstellungen aus dem Leben Jesu, das später als Relief auseinandergenommen wurde, verleiht dem weiträumigen Gotteshaus zusammen mit den hellen Glasfenstern heute zusätzliche farbige Facetten. Besonders bei Sonnenschein beginnt das große Chorfenster mit der Darstellung des brennenden Dornbusches förmlich zu glühen und lässt Flammen durch den Raum tanzen.