Vorbereitung auf die Erstkommunion

Erstkommunionvorbereitung 2021

Alle wichtigen Informationen zur Erstkommunionvorbereitung 2021 finden Sie in unserem Flyer.

 

 

 

Erstkommunion Zukunftsfest: Ein neues Konzept ab 2021
Fragt man 10 Personen, wie „die richtige“ Vorbereitung und Feier der Erstkommunion aussehen soll, man kann leicht 5 bis 10 verschiedene Antworten bekommen. Kinder, Eltern, jüngere und ältere Gemeindemitglieder, erfahrene KatechetInnen, Priester – alle bringen unterschiedliche Perspektiven auf das Thema mit, die nicht leicht übereinander zu bekommen sind, sich teilweise sogar gegenseitig ausschließen. Und nicht erst die Corona-Pandemie zeigt uns auf, dass Flexibilität und Anpassungsfähigkeit für uns alle enorm wichtig sind. Auch wenn wir so einige Dinge gerne „wie immer“ haben möchten – alles verändert sich mit der Zeit. Dass in den letzten Jahren auch hinsichtlich der Erstkommunion bereits Dinge „anders“ geworden sind und viel ausprobiert wurde, haben Sie sicherlich mitbekommen. Wie immer wenn man etwas ausprobiert: Einigen gefällt das Neue, andere sehnen sich nach dem, was zumindest lange Jahre Tradition war. Auch diese hat übrigens irgendwann als etwas Neues begonnen – in den 1950er Jahren war Erzählungen nach die erste heilige Kommunion gänzlich unspektakulär und ohne Familienfeiern.

Der Gesamtpfarrgemeinderat hat vor einiger Zeit ein neues Grundkonzept für die Erstkommunion im Pastoralverbund verabschiedet, das nun längerfristig in Kraft bleiben soll. Nur dann, wenn nicht permanent Veränderungen erfolgen, kann ein Konzept sein Potential entfalten und alle Beteiligten können sich darauf einstellen. Das vorgelegte Konzept ist von einer Gruppe erfahrener KatechetInnen unter Einbeziehung von Modellen, die in anderen Gemeinden bereits seit einiger Zeit praktiziert werden erarbeitet worden und gibt Antwort auf Problemstellungen, die konkret hier vor Ort immer wieder aufgekommen sind und für die eine längerfristige Lösung notwendig ist.

Warum ist ein neues Konzept nötig?
Hier lassen sich pragmatische und theologische Gründe anführen. Das inzwischen traditionelle Modell baut darauf auf, dass angehende Erstkommunionkinder eine längere Zeit in kleinen Gruppen durch regelmäßige von KatechetInnen gestaltete Gruppenstunden auf die Feier der Erstkommunion vorbereitet werden. Nun hat sich in den letzten Jahrzehnten aber der Schulalltag verändert; durch Berufstätigkeit beider Elternteile bleiben Kinder lange in der Schule und „freie“ Nachmittage, an denen Gruppenstunden besucht werden könnten, gibt es oftmals nicht mehr. Auch sind aus unterschiedlichsten Gründen heute deutlich weniger Menschen bereit, die Aufgabe als KatechetIn wahrzunehmen als in den 1960er bis 1990er Jahren.

Hinzu kommt, dass es von Gemeindemitgliedern und Verantwortlichen immer wieder als äußerst schade empfunden wurde, wie wenig „bleibt“. Am Tag der Erstkommunion ist angesichts der großen Zahl von mitfeiernden Familienmitgliedern kaum Platz für sonst regelmäßig kommende Gottesdienstbesucher – und nach der Erstkommunion sieht man viele Kinder und ihre Familien nicht mehr. Aber Katholiken feiern in jeder heiligen Messe Kommunion. Die Begegnung mit Jesus im Brot macht katholische Spiritualität aus. Die Erstkommunion begeht feierlich diese erste Begegnung zwischen einem Menschen und Jesus im eucharistischen Brot. Sie ist als Auftakt und Startpunkt gedacht – nicht Endpunkt eines Kurses und Tag einer großen Feier.

Wie reagiert das neue Konzept darauf?
Im Rahmen des neuen Konzeptes wird die Kommunionvorbereitung stärker an das Gemeindeleben angebunden. Nur etwas, das man kennenlernt, kann man schätzen lernen und sich dort mehr und mehr zugehörig fühlen. An vielen Orten gibt es bereits regelmäßige Angebote für Kinder, für deren Nutzung im Vorfeld der Erstkommunion gezielt geworben werden wird. Diese reichen von Familiengottesdiensten über Bibeltage oder Bastelaktionen zu Glaubensthemen, Teilnahme an der Sternsingeraktion, Aktivitäten mit den Messdienern oder Fahrten, die für prinzipiell alle Kinder im Pastoralverbund organisiert werden. Ziel ist, diese Aktivitäten auszubauen und zu verstetigen. Aktive in den Gemeinden aller Altersgruppen sind Vorbilder in Glauben und Gemeinschaftsleben und sollen als solche von den Kindern und ihren Familien erlebt werden.

Die Bedeutung der Freiwilligkeit und Einladung wird hervorgehoben: an den Angeboten kann man teilnehmen, aber es gibt keinen Zwang. Gegen autoritäre Herangehensweisen spricht neben fehlenden Machtmitteln zur Durchsetzung auch die Frage, wie ein solches Vorgehen sich mit dem Evangelium vertragen würde. Darum steht im Vordergrund des zukünftigen katechetischen Handelns eine Willkommenskultur, freundliches Werben, eine klare Haltung zur eigenen Botschaft und so gute Programme wie möglich. Ein kleines Pflichtprogramm zur Vorbereitung gibt es dennoch in Form dreier Termine: Ein „Tauftag“ (mit Tauferinnerungsgottesdienst), ein „Versöhnungstag“ (mit Beichte) und ein „Brottag“ (zur Vertiefung des Themas Eucharistie), die jeweils etwa 2x im Jahr angeboten werden.

Was ändert sich bezüglich der Erstkommunionfeiern?
Durch den Verzicht auf einen Kurs mit klarem Start- und Endpunkt wird es zukünftig nicht mehr die einzelnen großen Erstkommunionfeiern in den Kirchen des Pastoralverbundes geben. Corona hat uns bereits einen Einblick gegeben, wie die Zukunft aussehen wird: In Kleingruppen werden Kinder, die mindestens die Pflichtveranstaltungen besucht  und sich bereit zum Empfang der Erstkommunion fühlen, diese im Rahme eines regulären Sonntagsgottesdienstes empfangen. Dass auch dies feierlich gestaltet wird und in den Familien mit einem Fest gefeiert werden kann, konnte man bei den Erstkommunionen, die angesichts der Corona-Restriktionen in diesem Jahr bereits in vergleichbarer Weise gefeiert wurden, erkennen. Da nicht alle Kinder gleichzeitig feiern besteht sogar die Möglichkeit, dass Freunde und Freundinnen mit Familien hinzukommen können. Auch die wichtige Zugehörigkeit zur Gemeinde wird durch deren Anwesenheit und Anteilnahme im Gottesdienst deutlich – sie wird nicht aus den überfüllten Kirchen verdrängt. Für die Familien der Erstkommunionkinder zeigen sich weitere Vorteile: Durch die Flexibilität der Terminabsprache ist die Organisation einer Feier mit Familienmitgliedern, die zum Teil weit weg wohnen, deutlich erleichtert. Auch kann verhindert werden, dass Cousins und Cousinen am gleichen Tag Erstkommunion an unterschiedlichen Orten feiern – und Großeltern sich womöglich aufteilen müssen.

Was passiert nach der Feier der Erstkommunion?
Hier wird es ein neues Angebot geben, bei dem die Kinder ihre (neuen) Freundschaften pflegen und immer wieder zusammen kommen können. Spezielle Gottesdienste sollen stattfinden, in deren Nachgang Gemeinschaftserleben und Austausch vorgesehen sind.

Die Einladung zur weiteren Teilnahme am dann bereits bekannten kinder- und jugendpastoralen Programm wird regelmäßig ausgesprochen – der aufgebaute Kontakt soll bestmöglich gehalten und vertieft werden.